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Geldpolitische Strategie der EZB 2021

Geldpolitische Strategie der EZB 2021

Am 08.07.2021 gab die Europäische Zentralbank (EZB) seine neue geldpolitische Strategie der EZB 2021 bekannt. Im Fokus steht die Preisstabilität bzw. Geldwertstabilität. In diesem Beitrag möchten wir deshalb die Maßnahmen der Zentralbank in der Geldpolitik und Makroökonomie einordnen. Aus der Erklärung geht hervor, dass

  • die EZB mittelfristig ein symmetrisches Inflationsziel von 2 Prozent in der Eurozone anstreben wird.
  • der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ein geeignetes Maß für die Messung der Inflation in der EU sei.
  • das HVPI die Preisentwicklung des selbst genutzten Wohneigentums schrittweise abbilden sollte.
  • die neue geldpolitische Strategie das Ergebnis der Überprüfung, die im Januar 2020 eingeleitet wurde.
  • die EZB Klimaschutzaspekte stärker in seinen geldpolitischen Handlungsrahmen einfließen lassen werde.

Mit der neuen geldpolitischen Strategie der EZB 2021 ersetzt bzw. ergänzt die EZB Präsidentin (Frau Christine Lagarde) die Strategie Ihrer Vorgänger (Herr Jean-Claude Trichet) vom 2011.

Niedrigzinspolitik und expansive Geldpolitik in der EU

Welche Anworten hat die EZB für seinen Kurs der Geldpolitik geliefert? Im Fokus steht die Preisstabilität bzw. Geldwertstabilität als einer der Ziele der Wirtschaftspolitik (Magisches Viereck).

Seit der Finanzkrise 2008 hat die Eurozone die niedrigsten Leitzinsen seiner Geschichte ​(Blanchard & Illing, 2017)​. Die Leitzinsen liegen immernoch zwischen -0,50 % (die Einlagefazilität), 0,00 % (die Hauptrefinanzierungsfazilität), und 0,25 % (die Spitzenrefinanzierungsfazilität), siehe Mitteilung der Deutschen Bundesbank. Der Grund für diese unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen ist, dass die EZB die anhaltende niedrige Inflation in der EU bekämpfen möchte. Aber die Erbe aus der Finankrise 2008 lässt sich nicht einfach wegräumen. Dazu kommt die Coronakrise im Jahr 2021 hinzu. Die Coronakrise macht die Lage gerade nich einfach für die EZB und die nationalen Zentralbanken. Ein mittelfristiges symmetrisches Inflationsziel von 2 Prozent sollte das Problem irgendwie lösen. Was bedeutet dass für die Wirtschaft?

Geldpolitik: Preisstabilität in der Währungsunion nach der Coronakrise

Das Hauptziel der EZB ist die Preistabilität in der Währungsunion nach der Coronakrise mittels dieser geldpolitischen Maßnahmen zu sichern. Diese Haufaufgabe der EZB ist im Vertag über die Europäische Union und im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäische Union (AEUV) fest gelegt. Im Artikel 127 AEUV steht, dass die EZB (und die Zentralbanken der EU27 Mitgliedsstaaten) als leitende Organ des Europaischen System der Zentralbanken (ESZB) für Preisstabilität in der EU zu sorgen haben. Seit der Finanzkrise hat die Zentralbank versucht, diese Ziel durch eine expansive Geldpolitik zu erreichen. Viel Geld würde auf dem Geldmarkt gepumpt, um die Geldstabilität und Inflationsziel von unter 2 Prozent zu gewährleisten. Die geldpolitische Strategie der EZB 2021 sollte diese Aufgabe voranbrigen.

In der Coronakrise hat die EZB die expansive Fiskalpolitik der EU-Mitgliedsstaaten bei der Bekämfpung der Effekte des Lockdowns unterstützt bzw. nicht einkassiert. Künftig möchte die EZB einen flexiblen Rahmen setzten, die seine Aufgabe als Hüter der Preisstabilität in der EU gerecht ist.

Die Eurozone (Eurosystem) und die ESZB

Die Eurosystem (bzw. Eurozone) besteht gemäß Artikel 282 AEUV aus der EZB und die EU Mitgliedsstaaten, die die Euro als Währung einführt haben. Bis Jetzt sind 17 Mitgliedstaaten in der Währungsunion beigetreten. Die Vereinigte Königreich Britanien fällt aus der EU und aus der ESZB wegen Brexit zum 31.03.2020 und kann seine Geldpolitik sowie die Fiskalpolitik selbst bestimmen. Der lezte Beitritt in der Eurozone bzw. Eurosystem liegt im Jahr 2015, als Litauen die Euro als Währung eingeführt hat.

Stragegie: Mittelfristig ein Symmetrisches Inflationsziel von 2 Prozent

Die Geldpolitik der EZB lässt sich aus seiner strategiscchen Fassung wiefolgt verstehen. Die Volkswirtschaft (d.h. das europäische Binnenmarkt) sollte also mittelfristig symmetrischverteilte Inflationsabweichung von Inflationsziel von 2 Prozent verkraften. In dem die EZB die expansive Geldpolitik vorantriebt, setzt die EZB das Signal, dass die Zielereichung noch nicht erfüllt ist. Deflationsängste sind immer noch vorhanden. Wie wird die Inflation in der EU geschätzt? Die Inflationsrate in der EU kann als die prozentuale Abwechung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) geschätzt werden:

\pi_{2021}=\frac{(HVPI_{2021}-HVPI_{2020})}{HVPI_{2020}}

Jedoch ist diese Meßgroße nicht unproblematisch. Die HVPI sowie das deutsche VPI berücksichtigt nicht die Preis für alle konsumierten Güter, was die Schätzung der Inflation erschwert. Die Entwicklung der Immobilienpreise sollten die EZB interessieren, um Divergenz und Storfaktoren des Inflationsziel zu minimieren.

Der EZB-Rat hat bestätigt, dass der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) auch künftig die geeignete Messgröße ist, um zu bewerten, ob das Preisstabilitätsziel erfüllt ist. Er räumt jedoch ein, dass der HVPI die für private Haushalte relevante Inflation besser abbilden würde, wenn die Kosten für selbst genutztes Wohneigentum berücksichtigt würden und dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis selbst genutztes Wohneigentum in den HVPI einfließt. Unterdessen wird der EZB-Rat bei seinen geldpolitischen Beurteilungen Inflationsmessgrößen heranziehen, die anfängliche Schätzungen der Kosten für selbst genutztes Wohneigentum berücksichtigen, um sein Spektrum an breiter gefassten Inflationsmessgrößen zu ergänzen.

Pressemitteilung der EZB am 08.07.2021

Was bedeutet nun das mittelfristige Inflationsziel von 2 Prozent? Die Inflation darf kurzfristig bzw. in einigen Jahren über und unter 2 Prozent liegen, aber so dass das mittelfristige Inflationsziel von 2 Prozent nicht unterschritten und überschritten wird. Das mittelfristige Inflationsziel kann somit als das Geomittel der Inflationsfaktoren der letzten Jahren gemessen werden, z. B. zwischen 2010 und 2021.

E[\bar\pi- \pi_{target}]=0

Die Güter in eurpäischen Binnemakrt dürfen somit in enigen Jahren eine höher Teuerungsrate erfahren und in anderen Jahren kann die Inflation unter 2 Prozent liegen. Ein Beispiel für die Berechnung der Inflation in der EU finden Sie bei der EZB.

Sparzinsen im Keller und Kapitalanlage mit Risiko

Mit Sparzinsen bei Geschäftsbanken im Keller steigt die Kapitalanlage mit höherem Risiko. Sparer suchen Rendite für Ihre Erspanisse im anderen Anlageformen. Um Verlust im Grenzen zu halten, sollten die privaten Haushalten Ihren Portfolios breiter streuen und in verschieden Anlageformen investieren. Vom der Finanzkrise 2008 ist eine einseitige Investition in etwa nur Immobilien oder nur Rentenpapiere abzuraten. Von der Coronakrise können aber ich weitere Lehre gezogen werden. Die Teilnahme an der Börse und am Aktienmarkt ist für die jetzigen Generation unverzichtbar.

  1. Blanchard, O., & Illing, G. (2017). Makroökonomie - 7. aktualisierte und erweiterte Auflage (7th ed.). Pearson Deutschland GmbH. https://www.pearson.de/makrooekonomie-9783863267971
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