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Risikoteilung und die Corona-Pandemie

Risikoteilung und die Corona-Pandemie

Wie kann die Risikoteilung zur Bewältigung der Corona-Pandemie beitragen? Die Corona-Pandemie ist ein globales Gesundheitsrisiko, dem alle Volkswirtschaften gemeinsam gegenüberstehen. Je mehr jedoch jedes Land versucht, die COVID19-Krise eigenständig zu lösen, desto mehr scheinen alle Länder die Kontrolle über die Situation auf globaler, nationaler und lokaler Ebene der Gesellschaft zu verlieren.

Die Notwendigkeit eines Verhaltens der Risikoteilung

Wann werden wir begreifen, dass wir die Risiken in dieser Welt bereitwillig und unbewusst teilen? Wo haben wir die Richtung verloren? Europa ist ein hervorragendes Beispiel für einen Kontinent ohne Orientierung während der vierten Covid-Welle. Wie können wir kollektiv die Gesundheitsrisiken der Gesellschaft minimieren, wenn der Winter vor der Tür steht? Obwohl der "globale Norden" und die wohlhabenden Nationen COVID19-Impfstoffe zugunsten ihrer Wirtschaft gehortet haben, ist der unkoordinierte Plan zur Risikominderung vom Norden bis zum Süden des Globus gescheitert. Das Elend scheint kein Ende zu nehmen, wenn wir von der kooperativen Koexistenz der Weltbürger abrücken.

Die Krise, die seit Januar 2020 andauert, wird nun bis 2022 fortgesetzt, aber es scheint kein Heilmittel für diese Pandemie zu geben. Das medizinische Personal, das den Kampf gegen COVID19 an vorderster Front führt, wird langsam müde, und andere wirtschaftliche, soziale und ökologische Krisen klopfen an die Türen. In Anbetracht all dieser sozialen Herausforderungen braucht die Welt neue Wege, um die Risiken in der Gesellschaft zu koordinieren, und eine dieser Lösungen liegt im Verhalten bei der Risikoteilung. Wir können unsere Strategie zur Bewältigung der Corona-Pandemie verbessern, indem wir Koordinierungsmechanismen nutzen, die mit dem Verhalten bei der Risikoteilung zusammenhängen.

Die mangelnde Koordinierung zwischen den Regierungen auf internationaler Ebene offenbart den fatalen und tödlichen Mangel an Vertrauen, Altruismus und Gegenseitigkeit, sondern den überzogenen Glauben an rein eigennützige Pläne. Wenn wir uns so verhalten, enden wir alle als Schuldige des Eigennutzes auf Kosten der Menschheit. 

Covid-Sumpf zwischen Egoismus und Eigennutz

In der Zwischenzeit können die Politiker die Pandemie für ihre politischen Spiele der Wiederwahl oder des Populismus nutzen. Die Covid-Millionäre können also weiterhin unsere Taschen leeren, aber wir sind auch eine Quelle des Problems. Unser eigennütziges Verhalten hat das medizinische Personal zur neuen Armee an vorderster Front gemacht. Wir sollten nicht vergessen, dass sie die Pandemie mit ihrem Leben und der Existenz ihrer Angehörigen bekämpft haben. Auch wir sind Teil desselben Risikospiels. Dementsprechend wird die breite Öffentlichkeit verrückt, weil die Regierungen eine Reihe von Covid19 -Minderungsvorschriften erlassen, die ihrer praktischen Anwendung widersprechen. Nicht zuletzt haben die reichsten Nationen beschlossen, die Impfstoffe in ihren Ländern zu behalten und sie nach eigenem Gutdünken wie Krokodilstränen an die Entwicklungsländer zu verteilen.

Nennen wir es Covid-Wahnsinn oder Covid-Dschungel von Regeln oder Covid-Egoismus. Die Forschungsliteratur zur Gesundheitsökonomie und anderen Bereichen hat diesen negativen Trend bereits aufgezeigt. Wir brauchen in der Tat eine Gesellschaft mit stärkerem Zusammenhalt, um den Schlägen der Corona-Pandemie standhalten zu können. Die Welt sollte ein Gleichgewicht zwischen Eigeninteresse, Altruismus und Gegenseitigkeit zwischen Menschen und Gemeinschaften weltweit herstellen. Wenn es uns nicht gelingt, die Covid19-Krise zu lösen, wie stellen wir uns dann die Lösung des fortschreitenden ökologischen Problems vor? Der Klimawandel ist eine größere Herausforderung als die Covid19-Pandemie. Eine Corona-Pandemie ist so, als würde man einen Frosch in heißes Wasser werfen, im Vergleich zum Kochen in kaltem Wasser für einige Zeit.

Die Gesellschaft ist ein Netzwerk und nicht nur eine Hiarchie von Nationen.

Was braucht die Gesellschaft? Wenn wir alles wie einen Nagel behandeln, benutzen wir vielleicht immer nur ein Werkzeug, was nicht rational ist. Wenn wir anfangen zu verstehen, dass die Gesellschaft ein Netzwerk zwischenmenschlicher Beziehungen ist und nicht nur eine Hierarchie der mächtigsten Nationen, die sich über die Interessen der schwächeren Länder hinwegsetzt, könnten wir auf die nächste Stufe des Zusammenlebens hinken. Armut, Korruption, Rassismus, Steueroasen, globale Erwärmung, CO2-Emissionen, Hunger in der Welt, Überkonsum, mangelnde Bildung und vieles mehr sind Probleme, die in den SDGs genannt werden. Wir können sie lösen, indem wir friedliche und faire Mechanismen zur Koordinierung der Risikoverteilung schaffen.  

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