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Wie private Haushalte ihren Nutzen maximieren

Wie private Haushalte ihren Nutzen maximieren

Haben Sie in Ihrer Mikroökonomie-Vorlesung oder Ihrem Tutorium verstanden, wie private Haushalte ihren Nutzen maximieren? Hier wird das in vielen mikroökonomischen Lehrbüchern beschriebene Problem der Nutzenmaximierung von Haushalten noch einmal aufgegriffen. Aber mit einem klaren Überblick über ein besseres Verständnis, wie Haushalte Ziele setzen, ihre Opportunitätskosten, den Optimierungsprozess und die Interpretation der Ergebnisse.

Zwei Bereiche einer Entscheidung innerhalb eines privaten Haushalts

Der Privathaushalt ist die kleinste Einheit der Entscheidungsfindung in einer Volkswirtschaft. Das Schlüsselkonzept, das Sie verstehen wollen, ist, wie die Verbraucher zu ihrer optimalen Konsumentscheidung gelangen. In einem Privathaushalt gibt es zwei Entscheidungsbereiche, und zwar folgende:

  • Welches Güterbündel zieht der Haushalt einem anderen vor? Mit Hilfe von Nutzenfunktionen und Indifferenzkurven erfassen wir die daraus resultierenden Präferenzen der Individuen. Der Nutzen beschreibt die Zufriedenheit, die die Güter einem Haushalt auf einer ordinalen oder kardinalen Skala bringen.
  • Welche Ressourcen kann der Haushalt ausgeben und wie? Die Budgetrestriktion schränkt die Auswahl der Güterbündel ein, die sich eine Privatperson leisten kann.

Jedes Entscheidungsproblem, das Sie lösen wollen, dreht sich um diese beiden allgemeinen Fragen.

Maximierungsproblem des Haushalts

Bei einem Nutzenmaximierungsproblem ist die erste Frage das Ziel und die zweite Frage die Restriktion. Aber warum? Bei einem Maximierungsproblem werden Sie es vorziehen, den Nutzen zu erhöhen, wenn Ihre Ressourcen begrenzt sind.

Minimierungsproblem des Haushalts

Wenn es sich bei Ihrem Optimierungsproblem um ein Ausgabenminimierungsproblem handelt, werden Sie die zweite Frage als Ziel betrachten, während die erste Frage Ihre Einschränkung darstellt. Der Grund dafür ist einfach. In einem solchen Fall ist Ihr maximal erreichbarer Nutzen ein festes Nutzenniveau, aber die Ausgaben sind Ihre Wahl.

Indifferenzkurve und marginale Substitutionsrate (MRS)

Eine Indifferenzkurve grenzt alle Güterbündel ab, die dem Haushalt den gleichen Nutzen bringen. Die Grenzrate der Substitution (GRS oder MRS) hingegen beschreibt die Steigung der Indifferenzkurve. Die MRS ist also das Maß für die Opportunitätskosten der Wahl eines Güterbündels gegenüber allen anderen Alternativen. Die MRS beeinflusst, welches Güterbündel der Haushalt einem anderen vorzieht (der erste Bereich der Entscheidungsfindung).

Budgetrestriktion und die relativen Güterpreise

Die Budgetrestriktion grenzt alle Güterbündel ein, die für den Haushalt erschwinglich sind. Um die Budgetrestriktion zu konstruieren, benötigen Sie die Marktpreise der Güter im Bündel. Anschließend vergleichen Sie den Wert aller Güter mit dem Einkommensniveau des Haushalts. Es werden nur solche Güterbündel berücksichtigt, deren Kosten unter dem Einkommensniveau liegen oder diesem entsprechen (erschwingliche Güterbündel). Schließlich gibt es unter den realisierbaren Güterbündeln einige effiziente Bündel, die das gesamte Einkommen des Haushalts ausschöpfen.

Warum also haben wir die Budgetrestriktion so detailliert beschrieben? Weil wir den zweiten Bereich der Entscheidungsfindung erschließen wollen. Um unser zweites Ziel zu erreichen, müssen wir die Rolle der Steigung der Budgetrestriktion erklären. Der zweite Bereich der Entscheidungsfindung stützt sich auf die Steilheit der Budgetrestriktion, die wir anhand des relativen Preises der Güter messen.

Wie private Haushalte ihren Nutzen maximieren und ihre Ausgaben minimieren.

Sowohl das Nutzenmaximierungsproblem als auch das Ausgabenminimierungsproblem führen zu demselben Ergebnis. Das Ergebnis ist, dass der Haushalt bei einem Nutzenmaximierungsproblem ein optimales Bündel unter den erschwinglichen Bündeln wählen muss. Das ist das Bündel, das die Kosten konstant hält. Bei einem Ausgabenminimierungsproblem wählt er das optimale Bündel unter den bevorzugten Güterbündeln. Das ist das Güterbündel, das den Nutzen konstant hält. In beiden Fällen ist das Ergebnis, dass die gewählten Bündel eine Optimalitätsbedingung erfüllen müssen.

Die Optimalitätsbedingung verbindet beide Bereiche der Entscheidungsfindung, indem sie die marginale Substitutionsrate mit dem relativen Preis der Güter gleichsetzt. Diese Aussage offenbart das Konzept der Opportunitätskosten in den Wirtschaftswissenschaften und ist die grundlegendste Aussage für alle wirtschaftlichen Entscheidungen. In mathematischer Hinsicht sollte die Steigung der Indifferenzkurve der marginalen Veränderung (Steigung) der Budgetrestriktion entsprechen. In den Wirtschaftswissenschaften bedeutet die Aussage, dass die Opportunitätskosten der Wahl eines Bündels (MRT) den relativen Preisen der Güter auf den Märkten entsprechen sollten (Kosten für den Kauf oder Verkauf der Güter auf dem Markt).

Literatur

Varian, H. R. (2016). Grundzüge der Mikroökonomik (9., aktualisierte und erweiterte Auflage). De Gruyter Oldenbourg. Cite
Pindyck, R. S., & Rubinfeld, D. L. (2018). Mikroökonomie (9., aktualisierte Auflage). Pearson. Cite
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